Über den Künstler
Owen Jones war ein britischer Architekt, Gestalter und einflussreicher Theoretiker der Farbe und Ornamentik, dessen Ideen die viktorianische Gestaltung prägten. Berühmt geworden durch die Publikation The Grammar of Ornament, plädierte Jones für das Studium und die Adaptation historischer Dekorsysteme, um die moderne Produktion und Innenarchitektur zu bereichern. Seine ägyptisch beeinflussten Mustertafeln wurden für Designer des 19. Jahrhunderts zu unverzichtbaren Vorlagen und wirken bis heute in der dekorativen Kunst nach.
Sammler schätzen Jones’ Werk wegen der Verbindung von wissenschaftlicher Genauigkeit und praktischer Anwendbarkeit, wodurch seine Entwürfe sowohl als Kunstdrucke als auch als historische Dokumente des Gestaltungswandels Bedeutung erlangen.
Das Kunstwerk
Die Tafel Egyptian 7 entstand als Teil einer Serie, die dazu diente, Gestaltern und Handwerkern die Prinzipien antiken Ornaments nahezubringen. Im viktorianischen Großbritannien galten ägyptische Motive als Ausdruck von Altertumsernst und intellektueller Neugier; sie fanden Eingang in Architektur, Textilien und Gebrauchsgegenstände, um Weltgewandtheit und Kultiviertheit zu signalisieren.
Jones wandelte archäologische Befunde in klare, nutzbare Vorlagen um: seine Mustertafeln fungierten als visuelle Lehrmittel und übersetzten historische Formen in ein zeitgenössisches Vokabular für Interieurs und Produkte. Egyptian 7 zeigt exemplarisch, wie Gestalter des 19. Jahrhunderts die Vergangenheit nutzten, um eine neue Bildsprache für die Moderne zu entwickeln.
Stil und Merkmale
Das Motiv präsentiert eine präzise Anordnung wiederkehrender geometrischer Elemente, gegliedert in horizontale Bänder mit starkem Ordnungs- und Rhythmusgefühl. Flächige, satte Farbtöne—vor allem kräftiges Rot und tiefes Blau—werden durch leuchtendes Gelb, Grün und Akzente in Orange ergänzt und ergeben eine lebhafte, dennoch harmonische Farbpalette.
Die klaren Konturen und die kontrollierte Wiederholung spiegeln die Disziplin und Klarheit viktorianischer Mustertafeln wider. Insgesamt wirkt das Design gleichzeitig architektonisch und zeremoniell, typisch für den ägyptischen Stil der Ornamentik, wie er im 19. Jahrhundert in der dekorativen Kunst gepflegt wurde.
In der Raumgestaltung
Dieses vintage Poster setzt in Eingangsbereichen, Arbeitszimmern oder Speiseräumen einen markanten Blickfang, besonders in Interieurs, die moderne Einrichtung mit historischen Bezügen verbinden. Es harmoniert mit ornamentalen und östlich inspirierten Drucken oder kuratierten abstrakten Muster-Wandkunst und erzeugt so eine vielschichtige, kultivierte Wirkung.
Für ein stimmiges Gesamtkonzept empfiehlt es sich, einen der lebhaften Farbtöne in Textilien oder Keramik aufzugreifen und umliegende Elemente neutral oder naturbelassen zu halten. Eine schlichte Passepartout-Rahmung und ein klassischer Rahmen betonen den wissenschaftlichen und dekorativen Charakter dieses Kunstdrucks.
