Über den Künstler
Owen Jones war ein britischer Architekt und Designer sowie ein einflussreicher Theoretiker, dessen Forschung zur historischen Ornamentik die dekorativen Künste des 19. Jahrhunderts nachhaltig prägte. Mit seinem grundlegenden Werk The Grammar of Ornament entwickelte er ein systematisches Verfahren zur Untersuchung globaler Muster und machte so traditionelle Motive für Architekten und Handwerker nutzbar. Jones’ akribische Katalogisierung von Ornamenten machte seine Tafeln zu unverzichtbaren Referenzen jener Zeit.
Persisch 2 steht beispielhaft für Jones’ wissenschaftliche Herangehensweise, die historische Studien mit praktischer Anwendung verbindet. Als Teil einer breiteren Bewegung, die islamische und persische Dekortraditionen wiederaufleben und neu interpretieren wollte, diente diese Platte als Vorlage für die Gestaltung von Tapeten, Textilien, Keramik und Buchumschlägen.
Das Kunstwerk
Entstanden in einer Epoche, die von einer intensiven Faszination für Orientalismus geprägt war, spiegelt Persisch 2 die gezielte Suche westlicher Gestalter nach Inspiration in persischer und islamischer Kunst wider. Die Mustertafeln waren weniger bloße Verzierung als vielmehr praxisorientierte Vorlagen für Handwerker. Im Zentrum steht die universelle Sprache des Ornaments: eine Erforschung von Symmetrie, Wiederholung und Abstraktion, die erzählerische Elemente zurückstellt und die handwerkliche Präzision in den Vordergrund rückt.
Für Liebhaber des orientalischen Designs fängt dieses Blatt die intellektuelle Neugier und den kulturellen Austausch der viktorianischen Dekorationskunst ein. Es dokumentiert die Bemühungen jener Epoche, globale Bildtraditionen zu erfassen und für neue Kontexte zu adaptieren, eine Wirkung, die sich bis in heutige klassische Kunst- und Designsammlungen nachweisen lässt.
Stil und Merkmale
Die Komposition basiert auf einem eng verflochtenen geometrischen Raster, das mit wiederkehrenden Blumen- und Sternmotiven geschmückt ist. Deutliche Bordüren rahmen das Muster und sorgen für Klarheit und Ordnung, so dass das Design auch aus der Distanz beeindruckt. Die Farbpalette balanciert warme Rot- und Orangetöne mit sattem Grün, ergänzt durch beige und gelbe Akzente, die der Fläche eine textilenhafte Tiefe verleihen.
Flächige, opake Farbfelder und präzise Konturen erzeugen einen rhythmischen, fast zeremoniellen Eindruck, während die Gesamtwirkung harmonisch und architektonisch bleibt. Die komplexe Geometrie und die lebendigen Töne machen das Blatt zu einem beispielhaften persisch inspirierten Musterwerk mit historischer Tiefe.
In der Raumgestaltung
Dieses Vintage-Poster verleiht Wohnzimmern, Essbereichen oder Arbeitszimmern Struktur und Wärme, besonders in Kombination mit Messing, Walnuss oder gewebten Materialien. Seine kräftige Geometrie kann eine Galeriewand verankern oder als Blickfang über einer Konsole dienen und fügt sich sowohl in eklektische als auch in moderne Einrichtungsstile ein.
Zur Harmonisierung mit den Farben eignen sich Terrakotta-Akzente, olivfarbene Textilien oder warme neutrale Wände, damit das Muster optimal zur Geltung kommt. Sammler mit Interesse an roten Wandkunstwerken oder global inspirierter Dekoration schätzen, wie dieses Werk Tradition und zeitgenössischen Stil in kuratierten Räumen verbindet.
