Über den Künstler
Owen Jones war ein wegweisender britischer Architekt und Designtheoretiker, dessen Forschung zu historischen Ornamenten die dekorativen Künste des 19. Jahrhunderts nachhaltig prägte. Seine einflussreiche Publikation The Grammar of Ornament forderte Designer dazu auf, Motive aus zahlreichen Kulturen zu studieren und kreativ zu adaptieren. Jones’ Ideen flossen in die Ausbildung und das Geschmacksempfinden nachfolgender Generationen ein, seine Muster wurden in späteren Portfolios für Studierende und Fachleute wieder aufgelegt.
Das Kunstwerk
Diese ornamentale Platte von 1912 steht exemplarisch für das Interesse jener Zeit an globalen Dekortraditionen, mit besonderer Orientierung an ostasiatischen Vorbildern. Als Vorlagentafel für Bereiche wie Bucheinband-, Tapeten- und Textildesign diente sie als Modell zur Adaption und Neuinterpretation. Die chinesisch inspirierten Motive spiegeln die damals wachsende Zugänglichkeit asiatischer Kunst über Museen und internationale Ausstellungen wider und dokumentieren einen Moment, in dem europäisches Design weltweit Anregungen sammelte und umsetzte. Heute gelten solche Arbeiten als wertvolle historische Zeugnisse interkulturellen Austauschs und gestalterischer Entwicklung und sind häufig in oriental- und rotbetonten Sammlungen vertreten, etwa in den Kollektionen unter orientalische Motive und Rot.
Stil und Merkmale
Das Design zeigt ein durchgehendes Register klar gezeichneter weißer Blüten und geschwungener Ranken vor einem intensiven roten Hintergrund. Die Komposition ist streng strukturiert, ineinandergreifende botanische Formen erzeugen Rhythmus und Bewegung. Flächige, gesättigte Farbfelder und präzise Konturen verleihen dem Bild eine grafische Deutlichkeit, die eher ornamentalen Tafeln als malerischer Textur entspricht. Der starke Kontrast zwischen Rot und Weiß lässt das Motiv deutlich hervortreten, während die kontrollierte Linienführung bei genauer Betrachtung mit feinem Detailreichtum und Eleganz belohnt.
In der Raumgestaltung
Dieses vintageorientierte Blumenposter verleiht Esszimmern, Eingangsbereichen oder Arbeitszimmern historischen Chic, wo Muster eine kultivierte Stimmung setzen. Es harmoniert besonders gut mit dunklen Hölzern, Messingakzenten und warmen Neutralfarben, die die Tiefe des roten Feldes betonen. In modernen Interieurs fungiert es als kraftvolles Statement, in eklektischen Arrangements kann es eine Galeriewand zusammenhalten, zum Beispiel neben botanischen Drucken und weiteren klassischen Ornamenten. Das Motiv spricht Sammler, Designenthusiasten und alle an, die sich für strukturierte Wandkunst mit kultureller Tiefe begeistern.
