Über den Künstler
Saul Bass war eine prägende Persönlichkeit des Grafikdesigns der Mitte des 20. Jahrhunderts und ist bis heute bekannt für seine Fähigkeit, Filmkommunikation neu zu definieren. Durch konsequente Reduktion und einprägsame Bildzeichen schuf er visuelle Konzepte, die komplexe Erzählungen auf einen einzigen, sofort erfassbaren Gedanken verdichteten. Seine Arbeit beeinflusste zahlreiche Designer und Filmemacher und veränderte nachhaltig die Wahrnehmung von Filmplakaten und Vorspannsequenzen.
Für Sammler von Plakaten berühmter Künstler bleibt dieses Werk ein Meilenstein: ein Beispiel dafür, wie Grafikdesign und Kino sich wechselseitig befruchten und wie ein einzelnes Motiv Filmgeschichte visuell konservieren kann.
Das Kunstwerk
Entstanden 1958 im Auftrag von Alfred Hitchcock, verfolgt das Poster das Ziel, die psychologische Komplexität und die angespannte Atmosphäre des Films sichtbar zu machen. Bass übersetzte Themen wie Besessenheit und Orientierungslosigkeit in eine klare visuelle Metapher: die Spirale als Symbol für Absturz und inneres Schwindelgefühl. In einer Epoche, in der Studios begannen, mit ausgefeilten Plakatkampagnen Stimmung und Prestige eines Films zu transportieren, setzte dieses Motiv neue Maßstäbe für konzeptorientierte Filmwerbung. Bis heute dient es als Referenzpunkt in Diskussionen über Filmposter, in denen das Konzept den Effekt in den Vordergrund stellt.
Stil und Merkmale
Die hypnotische Spirale dominiert die Komposition und zieht den Blick unmittelbar in ihr Zentrum, wodurch ein Gefühl von Schwindel und Bewegung erzeugt wird. Vereinfachte Schwarz-Weiß-Silhouetten scheinen innerhalb der Spirale zu stürzen und verstärken die psychologische Unruhe. Das reduzierte Farbspektrum mit intensivem Rot, tiefem Schwarz und klarem Weiß sorgt für harten Kontrast und dramatische Wirkung. Architektonisch wirkende Typografie und scharfe Geometrien unterstreichen die modernistische Ästhetik. Insgesamt wirkt das Poster minimalistisch, zugleich aber höchst dramatisch und gilt als Paradebeispiel des Posterdesigns der Nachkriegszeit sowie als Klassiker der minimalistischen Wandkunst.
In der Raumgestaltung
Als Blickfang eignet sich das Vertigo-Poster hervorragend für eine Galeriewand im Wohnzimmer, für das Arbeitszimmer oder für einen Medienraum, in dem filmische Geschichte geschätzt wird. Es harmoniert besonders gut mit Mid-Century-Modern-Interieurs, industriellen Materialien und klaren skandinavischen Linien. Für ein stimmiges Farbkonzept kann man das Rot punktuell aufgreifen, etwa mit einem Akzentstuhl oder Buchrücken, und Schwarz mit matten Metallen oder dunklem Holz ausgleichen. Ein schlanker schwarzer oder weißer Rahmen aus der Rahmenkollektion bewahrt die kraftvolle Silhouette und betont die grafische Strenge des Motivs.
