Über den Künstler
Louis Renard war ein niederländischer Verleger und Naturalienkompiler mit Sitz in Amsterdam, bekannt dafür, europäische Leser mit exotischen Marinedarstellungen vertraut zu machen. Seine Fischtafeln gehören zum geistigen Umfeld des 18. Jahrhunderts, als die Wunderkammer-Kultur seltene Naturtypen sammelte und illustrierte Atlanten sowohl als Forschungswerkzeuge wie als Statussymbole galten.
Dieses Beispiel aus dem Jahr 1754 spiegelt weniger ein rein taxonomisches Interesse als vielmehr den Zeitgeschmack für Staunen wider, in dem Beobachtung, Berichte von Reisenden und künstlerische Freiheit auf derselben Seite koexistieren konnten. Renard gilt heute als wichtige Bezugsperson für Sammler früher Meeresillustration und für dekorative Werke der Naturgeschichte.
Das Kunstwerk
Entstanden in der Epoche der Aufklärung, kanalisiert die Illustration die europäische Faszination für die Gewässer Südostasiens und die weiteren Ostindischen Inseln — Regionen, die Handel, Wissenschaft und Fantasie befeuerten. Solche Bildtafeln halfen Lesern, unbekannte Arten vor Augen zu führen, die über Häfen, Kaufleute und Seeleute nach Europa gelangten, und verwandelten Reiserkenntnisse in ein tragbares Nachschlagewerk.
Zugleich trägt die Tafel eine erzählerische Qualität: das Meer als Ort, an dem verlässliche Beobachtung auf Gerüchte und Wunder trifft. Als Vintage-Druck für eine Galerie- oder Sammlerwand feiert das Blatt jenen historischen Moment, in dem Naturgeschichtsbücher zugleich Feldführer und Traumkatalog waren.
Stil und Merkmale
Die Komposition zeigt die Fische deutlich im Profil vor einem hellen, offenen Hintergrund und vermittelt so die Ruhe eines präparierten Exemplars. Feine schwarze Linien zeichnen Flossen und Schuppen, während breite, selbstbewusste Farbflächen eine markante grafische Präsenz erzeugen.
In dieser Tafel lesen sich die satten Blau-, Rosa-, Gelb- und Grüntöne als bewusst gesteigerte Farbgebung statt streng naturgetreu, wodurch eine surreale, fast theatralische Stimmung entsteht. Das Ergebnis ist eine wissenschaftliche Abbildung mit dekorativem Biss und eignet sich für Liebhaber von Meeres- und Ozean-Wandkunst, die etwas Seltenes und leicht Unheimliches suchen, ebenso wie für Sammler, die wissenschaftliche Drucke mit historischem Charakter schätzen.
In der Raumgestaltung
Dieser Kunstdruck entfaltet seine Wirkung besonders im Wohnzimmer, Arbeitszimmer oder Flur, wo das genaue Hinsehen die feinen Muster belohnt. Er passt ebenso in Küche oder Essbereich und erinnert an kulinarische sowie küstennahe Assoziationen, ohne platte nautische Klischees zu bedienen.
Kombiniert mit warmen Neutraltönen, hellem Holz oder klaren weißen Wänden können die Farben den Raum tragen; wiederkehrende Blau- und Rosatöne schaffen ein stimmiges Konzept. Schlicht gerahmt ergänzt die Tafel moderne, eklektische Interieurs ebenso wie klassische Wunderkammer-Arrangements und lässt sich hervorragend mit Tier-Kunstdrucken zu einer verspielten, kenntnisreichen Wandgeschichte schichten.
