Über den Künstler
Raimund von Stillfried war ein österreichischer Fotograf, der in den 1860er und 1870er Jahren eine führende Rolle in der internationalen Fotografengemeinschaft von Yokohama einnahm. Sein Studio erlangte Bekanntheit für sorgfältig komponierte Porträts und Genreszenen, die häufig durch Handkolorierung veredelt wurden. Durch seine Aufnahmen prägte Stillfried wesentlich die westliche Wahrnehmung Japans in der frühen Meiji-Zeit und machte japanische Sitten und Handwerkskunst einem internationalen Publikum zugänglich.
Dieses Werk gehört zu unserer Fotografie-Kunstdrucke-Sammlung und zeigt die Verbindung von dokumentarischer Präzision und künstlerischer Interpretation.
Das Kunstwerk
Entstanden 1877, fängt Japanisches Tattoo 2 einen Moment ein, in dem Japan tiefgreifende Modernisierungsprozesse durchlief und das Interesse an traditionellen Praktiken im Ausland besonders groß war. Das Tätowieren, irezumi, fungierte sowohl als persönliche Ausdrucksform als auch als soziales Kennzeichen und war häufig mit Handwerkern, Darstellern und bestimmten Gesellschaftsgruppen verbunden. Solche Fotografien wurden in Alben und Portfolios bei Reisenden und Expatriates gesammelt und dienten als visuelle Dokumentation einer Praxis, die Außenstehende faszinierte und innerhalb der japanischen Gesellschaft vielschichtige Bedeutungen trug.
Das Bild fordert Betrachter dazu auf, den Körper als Leinwand für Erzählung, Identität und Erinnerung zu betrachten, und spiegelt zugleich die kulturübergreifende Neugier und das Bestreben wider, verschwindende Traditionen festzuhalten.
Stil und Merkmale
Die Fotografie zeigt die ruhige, direkte Pose, die für die Studio-Porträtfotografie des 19. Jahrhunderts typisch ist; die sitzende Haltung betont die ausgedehnten Tätowierungen des Modells. Die Komposition ist klar und aufgeräumt, wodurch die filigrane Körperkunst und der gefasste Ausdruck des Porträtierten in den Vordergrund treten. Feine Tonabstufungen und gestochen scharfe Details verleihen dem Bild einen archivalischen Charakter, während die Gesamtpalette dezent bleibt und warme Neutraltöne sowie vereinzelte handkolorierte Akzente an den Vintage-Fotoprozess erinnern.
Diese zurückhaltende, kontemplative Stimmung macht das Werk zu einer passenden Ergänzung für japanisch inspirierte Wanddekoration und beigetönige Kunstdrucke, wo es Innenräume mit einer ruhigen, historischen Resonanz bereichert.
In der Raumgestaltung
Als japanisches Tattoo Poster bringt dieses Werk eine markante erzählerische Komponente in Wohnzimmer, Flure oder Büros, besonders dort, wo Fotografiegeschichte oder Körperkunst geschätzt werden. Es ergänzt sowohl minimalistische als auch eklektische Einrichtungsstile und harmoniert mit modernen Möbeln ebenso wie mit sorgfältig ausgewählten Vintage-Akzenten.
Für ein stimmiges Gesamtbild kombinieren Sie die warmen Neutraltöne mit naturbelassenem Holz, Leinen oder mattschwarzen Rahmen; dezente Farbakzente im Raum lassen sich durch die handkolorierten Details des Drucks hervorheben. Der Druck spricht Sammler, Designliebhaber und alle an, die sich für das Zusammenspiel von Tradition, Handwerk und visueller Erzählung interessieren.
