Über den Künstler
Nizza wurde für Henri Matisse zu einem wichtigen Bezugspunkt, nachdem er die Stadt 1917 zum ersten Mal besucht hatte. Er kehrte wegen des mediterranen Lichts zurück; Innenräume in Nizza wurden zu einem wiederkehrenden Motiv seiner Malerei. 1947, im Entstehungsjahr von Nice Travail et Joie, machte sein Buch Jazz seine Experimente mit Papierschnitten einem breiteren Publikum bekannt. Dieses Vintage-Poster knüpft an sein langjähriges Interesse am Leben in Innenräumen an, statt Nizza als fernes Reiseziel zu zeigen. Der Kunstdruck spiegelt einen Blick auf die Stadt wider, der über Jahrzehnte aus dem Inneren ihrer Räume gewachsen ist.
Das Kunstwerk
Nice Travail et Joie ist eine ungewöhnliche Einladung nach Nizza: Arbeit und Vergnügen können hier zum selben Tag gehören. Der französische Titel stellt beide nebeneinander, ohne den Besuchern vorzuschreiben, was sie sehen oder unternehmen sollen. Das Werk entstand 1947 und gehört damit in die frühen Nachkriegsjahre, als alltägliche Freuden eine neue Bedeutung gewinnen konnten. Matisse zeigt weder ein Wahrzeichen noch eine touristische Route. Stattdessen nähert er sich der Stadt über vertraute Dinge des täglichen Lebens. Als Reisewerbung betrachtet, wirkt Nizza dadurch weniger wie ein Ziel für einen kurzen Ausflug als wie ein Ort, an dem man einen eigenen Rhythmus finden könnte.
Stil und Merkmale
Grüne Palmwedel füllen das Fenster vor einem blassblauen Hintergrund und lenken den Blick zum roten Fensterladen an der Seite. Von dort wandert er zu den runden Früchten auf einer tiefroten Tischfläche und einem blauen Teller mit weiteren Früchten. Eine gemusterte rote Form drängt sich an die schwarze Wand; darüber sitzt ein kleines Oval mit einer knappen schwarzen Zeichnung. Unter dem Bild zieht sich eine blaue Schreibschrift über den cremefarbenen Rand. Die rasch gesetzten Blätter stehen neben den schwungvollen Buchstaben, während die großen Farbflächen an die Papierschnitte von Matisse erinnern. Das vertikale Poster verleiht alltäglichen Gegenständen die Intensität modernistischer Farbe.
In der Raumgestaltung
Über einem kleinen Frühstückstisch aus Eiche könnte das vertikale Poster in der Küche an einen mediterranen Morgen denken lassen. Ein schlichter schwarzer Rahmen greift die dunkle Wand im Bild auf; eine einzelne blaue Keramikschale auf dem Tisch stellt einen Bezug zum Obstteller her, ohne die Szene nachzustellen. Bleibt um den Rahmen herum genügend freie Wand, ist der handgeschriebene Titel auch von der Tür aus lesbar. So gibt der Kunstdruck der täglichen Mahlzeit einen Bezug zu Nizza, selbst wenn das Fenster auf eine andere Stadt hinausgeht.
